Königliche Residenz seit 1561
Machen wir einen Zeitsprung vom 20. ins 16. Jahrhundert: 1561 erkor der Monarch Felipe II. die Stadt am Mazanares zur königlichen Residenz, doch reicht die Geschichte Madrids weit tiefer in die Vergangenheit zurück: Bereits in der Altsteinzeit war die Umgebung Madrids besiedelt, und später ließen sich dort die Kelten und Westgoten nieder.

Moslems und Christen - zwei Jahrhunderte von Auseinandersetzungen
Dass es sich lohnt, in dieser schönen Region ansässig zu werden, fanden denn auch die reiselustigen Römer. Doch die Ursprünge Madrids sind morgenländischer Provenienz: Die Stadtgründung erfolgte während der Regierungszeit des muslimischen Emirs Mohamed I. (852-886), der am linken Ufer des Manzanares eine Festung errichten ließ. Seit dieser Zeit war Madrid heiß umkämpft; um ihren Besitz stritten sich zwei Jahrhunderte lang Moslems und Christen - bis letztere durch Alfonso VI. die Oberhand gewannen. Einer Legende zufolge erschien dem für seine Frömmigkeit bekannten König in einem "almudín", einem öffentlichen Kornspeicher, die Heilige Jungfrau. Und seitdem ist die Jungfrau von La Almudena die Schutzheilige von Spaniens Metropole.

Nachdem Madrid unter dem schon erwähnten Monarchen Felipe II. zur sämtliche politischen Institutionen vereinigenden Residenzstadt avanciert war, wurde zum Schutz der neu entstandenen Vororte eine Stadtmauer errichtet, deren Verlauf mit den heutigen "Rondas" von Segovia, Toledo und Valencia deckungsgleich war.

Karl III
Besondere Verdienste um die Verkehrsinfrastruktur Madrids erwarb sich, hundert Jahre später, ein anderes "Blaublut", nämlich Karl III. Er sorgte dafür, dass die großen Verkehrsadern Madrids - nämlich die Alleen Paseo de la Castellana, Paseo de Recoletos, Paseo del Prado und Paseo de las Acacias - angelegt wurden. Seit dieser Zeit veränderte sich das städtebauliche "Gesicht" Madrids fortwährend, und besonders geprägt wurde das heutige Stadtbild im 19. und 20. Jahrhundert.

Napoleon Bonaparte
Er ließ die Puerta del Sol und ihre Umgebung gründlich umgestalten, und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde beispielsweise die Gran Vía konzipiert und gebaut. In den 50er Jahren nahm man die Verlängerung der Paseo de la Castellana in Angriff, und darüber hinaus entstanden zahlreiche moderne Gebäude, in denen die bedeutendsten Unternehmen der Finanzwelt ihre Büros einrichteten.

 
Heute zeugen von der weiter zurück liegenden Vergangenheit vor allem prachtvolle barocke und klassizistische Gebäude sowie Plätze aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Wer sich für Architekturgeschichte begeistert, für den sind insbesondere die Plaza Mayor, das Prado-Museum und der Königliche Palast absolute Highlights!