Capilla de San Jerónimo und Bibliothek
Diese Kapelle - einst Sitz der Bibliothek - befindet sich im rechten Flügel der Universität. Die Capilla de San Jerónimo wurde im Jahr 1767 umgestaltet; heute ist sie vor allem wegen des dort ausgestellten Doktordiploms der Heiligen Teresa von Ávila besuchenswert. Wer durch die Sakristei sowie den Rektoratssaal weitergeht, gelangt in einen mit herrlichen Gobelins und zwei Meister-Gemälden von Juan de Flandes geschmückten Raum, der als Musiksaal dient.

Ein wahrer Genuss ist es, die aus dem 16. Jahrhundert stammende, zur ersten Etage führende Treppe hinaufzusteigen, denn sie ist mit ästhetisch sehr beeindruckenden Schnitzereien, die Jagd- und Ritterturnier-Szenen darstellen, verziert. Der die Treppe abschließende Stein zeigt das Universitäts-Wappen. Nicht weniger imposant als diese Treppe ist das Portal der 1254 ins Leben gerufenen Bibliothek - und die Bibliothek, die Mitte des 18. Jahrhunderts umgebaut wurde, natürlich selbst. Die schönen Bücherschränke bergen jede Menge literarischer Schätze, in Zahlen: Hier werden etwa 3.500 Handschriften sowie an die 50.000 Bücher aufbewahrt. Ganz besonders wertvolle Druckerzeugnisse oder Manuskripte werden allerdings in einem Extra-Raum sorgsam gehütet.

 

Neue Kathedrale (Catedral Nueva)
Vom Patio de Las Escuelas aus sieht man den 110 Meter hohen Turm der Neuen Kathedrale aufragen. Mit der Errichtung dieses imposanten Sakralgebäudes begann der Baumeister Juan Gil de Hontañón im Jahr 1513, doch wurde die Kathedrale erst mehr als zweihundert Jahre später vollendet. Die Catedral Nueva vereinigt platereske mit spätgotischen und barocken Stilelementen; zu den Highlights des Gotteshauses zählen zweifellos die herrlichen plateresken Portale, wovon das Nordportal wegen seines Reliefs "Christi Einzug in Jerusalem" besondere Beachtung verdient.

Nun zum Inneren des mehr als 100 Meter langen und fast 50 Meter breiten Gebäudes: Wer die Kathedrale betritt, wird von ihrer Weitläufigkeit und dem üppigen Reichtum der Ausstattung fasziniert sein! Im Rokoko-Stil ist die Sakristei gestaltet, während das Schnitzwerk des Chorgestühls und die Skulpturen von Alberto de Churriguera dem Barock zuzurechnen sind. Besonderes Augenmerk verdienen die Kapellen, von denen die Capilla del Mariscal die Virgen de la Cueva sowie die Capilla Dorada wegen ihrer beeindruckenden Kunstwerke hervorzuheben sind. In letzterer befindet sich das Grabmal von Sanchez de Palenzuela, der die Kapelle gestiftet hat.


Alte Kathedrale (Catedral Vieja)
Im rechten Seitenschiff der Neuen Kathedrale öffnet sich ein Zugang, durch den man zur Catedral Vieja gelangt. Der Bau des romanischen Gotteshauses - eines der schönsten dieses Stils in ganz Spanien - wurde um das Jahr 1100 begonnen, und wahrscheinlich waren die Arbeiten bereits vor 1200 abgeschlossen. Das Äußere der Kirche lässt sich am besten vom Patio Chico aus, zu dem man vom rechten Seitenschiff der Neuen Kathedrale aus gelangt, betrachten: Hier sieht man die prächtige Chorpartie mit der turmähnlichen, ein Schuppendach tragenden Kuppel, die wegen des Hahns auf ihrer Spitze den Namen "Torre del Gallo" trägt.

Die alte Kathedrale Salamancas ist jedoch keineswegs nur von außen wunderbar anzusehen, sondern auch sein "Innenleben" ist vom Feinsten: Ein wahrer Augen-Magnet ist der riesige Altaraufsatz in der Hauptapsis, auf dem etwa 50 Szenen aus dem Leben Marias und Jesus' dargestellt sind. Den Mittelpunkt des Altaraufbaus bildet die üppig mit Edelsteinen verzierte, aus dem 12. Jahrhundert stammende Statue der Heiligen Jungfrau ("Virgen de la Vega"). Diesen imposanten Altaraufbau hat Nicolás Florentino geschaffen, und auch das monumentale Deckenfresko des Jüngsten Gerichts ist ein Werk dieses bedeutenden Künstlers. Die im Turm befindliche Kapelle "San Martín" ist wegen ihrer Wandmalereien einen Abstecher wert; ebenso wie die meisterhaften Fresken aus dem 13. Jahrhundert, die auf der linken Seite des Gotteshauses zu sehen sind. Die Kapitelsäle beherbergen ein kleines, aber feines Museum für christliche Kunst, das "Museo Diocesano". Kunstfreunde (und solche, die es werden möchten) sollten schon allein wegen der Gemälde von Fernando Gallegos (u. a. "Krönung der Jungfrau") dem Museo einen Besuch abstatten. Darüber hinaus lockt das Museum mit einem Triptychon Juan de Flandes' sowie einer kunstvollen Figur der heiligen Maria (13. Jahrhundert), die aus Elfenbein gefertigt ist. Schließlich sei ein Besuch des Museums ganz besonders Musikliebhabern empfohlen: Hier steht nämlich eine sehr hübsche Orgel aus der Renaissancezeit.

Im 12. Jahrhundert entstand der Kreuzgang - leider wurde er bei dem furchtbaren Erdbeben von Lissabon (1755) ziemlich in Mitleidenschaft gezogen, weshalb von seinem romanischen Ursprung nur noch Spuren erhalten sind. Doch diese Spuren lohnen eine genaue Betrachtung und finden sich zum Beispiel in der im Mudéjar-Stil errichteten Capilla de Talavera und der Capilla de Santa Bárbara. In ersterer Kapelle sind Statuen aus der Meisterhand Alonso Berruguete zu bewundern.


Dominikanerkloster und Kirche San Esteban
Über die Avenida de los Reyes gelangt man zum Dominikanerkloster San Ebestan. Die zu dem Kloster gehörende Kirche entstand zwischen 1524 und 1610. Die Fassade des Sakralbauwerks ist im plateresken Stil dekoriert, und auch das Innere der Kirche verdient Beachtung: Besonders beeindruckend ist der von José de Churriguera im Jahr 1693 geschaffene Hauptaltar, bei dem an Gold wahrlich nicht gespart wurde. Zur linken des Altars befindet sich das Grabmal des wegen seiner Grausamkeit gefürchteten Herzogs von Alba. Dieser reizende Herr war Statthalter der Niederlande, wo er mit größter Härte gegen die Protestanten und die Stände vorging. Die Westwand der Kirche wird beherrscht von dem 1705 von Antonio Palomino geschaffenen monumentalen Fresko "Triumph der Kirche". Auch der zwei Stockwerke besitzende Kreuzgang von San Ebestan ist sehr interessant, vor allem aufgrund seines reichen Skulpturenschmucks, der hübschen, Propheten darstellenden Medaillons an den Säulen sowie der zu den Galerien im ersten Stock führenden Treppe, die zu den Meisterwerken von Gil de Hontañon zählt. Spaziert man über die Calle Consuelo wieder zur Plaza Mayor zurück, stößt man auf den im 15. Jahrhundert erbauten Torre del Clavero, dessen acht geschmückte Ecktürmchen (mindestens einen) Schnappschuss wert sind.

Öffnungszeiten:
täglich von 9.00 Uhr bis 13.30 Uhr und 16.00 Uhr bis 20.00 Uhr

Augustinerkloster und -kirche (Convento de las Agustinas)

Gegenüber des Palacio de Monterrey erhebt sich der Convento de las Agustinas, der von 1598 bis 1636 erbaut wurde. Die zum Kloster gehörende Kirche La Purísima beherbergt wunderbare Gemälde von José de Ribera - allen voran das zu seinen bedeutendsten Werken rechnende Bild "La Concepción" (1635) gleich über dem Hauptaltar.


Kloster Las Dueñas
Gegenüber der Kirche San Esteban, an der Plaza de Concilio de Trento, erhebt sich am Ende der Calle S. Buenaventura das Kloster Las Dueñas mit seiner 1533 geschaffenen plateresken Fassade. Wer die Schönheit und Beschaulichkeit von Kreuzgängen liebt, darf an diesem Kloster nicht vorüber gehen: denn der zweistöckige Reanissance-Kreuzgang, dessen Säulenkapitelle mit allerlei Fabelwesen geschmückt sind, ist wirklich vom Feinsten. Manche behaupten sogar, dieser Kreuzgang wäre der schönste Patio in ganz Salamanca überhaupt.
Öffnungszeiten:
täglich 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr und 16.00 Uhr bis 19.00 Uhr (der Eintritt ist am Mittwoch frei)

San Marcos
Ein Besuch dieser hübschen Kirche führt uns ins Mittelalter, denn das im Norden der Plaza Mayor liegende, kreisförmige Gotteshaus wurde im 12. Jahrhundert errichtet. Auch die Gemälde an den Wänden stammen aus gotischer Zeit.

Sancti Spiritus (Espíritu Santo)
Wer lieber eine Zeitreise in die Renaissance unternehmen möchte, sollte sich von der Plaza Mayor aus in Richtung Osten wenden, denn hier befindet sich die im 16. Jahrhundert erbaute Kirche Sancti Spiritus, die man am besten über die Calle S. Julian, die Avenida Gran Vía und anschließend die Cuesta de Sancti Spiritus erreicht. Imposant ist das herrliche Renaissanceportal, und auch das Kircheninnere ist "nicht ohne": Dafür sorgen schon der schöne Hochaltar (1659), das gotische Chorgestühl, die mudéjare Decke, die Christus-Statue, die in romanischer Zeit entstanden ist, sowie die Sakramentskapelle. Und auch ein Abstecher in den Kreuzgang, der im 13. Jahrhundert angelegt wurde, ist lohnenswert.

Kloster der Ursulinerinnen (Convento de las Úrsulas)
Wer das Colegio de los Irlandeses besichtigt hat, sollte mit seinem Kultur-Trip gleich weitermachen, denn nicht weit davon entfernt (in nordöstlicher Richtung) befindet sich das Kloster der Ursulinerinnen. Schon die Lage dieses Convento in der baumreichen Calle de las Úrsulas ist überaus reizvoll, und eine Wohltat für Augen und Geist ist auch das Innere der Klosterkirche - insbesondere wegen des Renaissance-Grabmals des Klostergründers, dem Erzbischof Alonso Fonseca, das von Diego de Siloës aus Alabaster gestaltet wurde. Kunsthistorisch Interessierten sei auch ein Besuch des kleinen und sympathischen Museums empfohlen, das sich im Kloster befindet. Hier sind Werke so namhafter Künstler wie Morales, Michelangelo oder Juan de Borgoña ausgestellt.
Öffnungszeiten:
täglich von 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr und 16.30 Uhr bis 19.00 Uhr

Kirche La Clerecía
Vis-à-vis des Hauses der Muscheln ragt die Kirche La Clerecía auf. Das Sakralgebäude ist im Barockstil errichtet und beeindruckt mit seiner herrlichen Kuppel sowie der von dem Architekten Quiñones entworfenen, zwei Türme besitzenden Fassade. Kunstinteressierte kommen nicht zuletzt im Inneren des Bauwerks auf ihre Kosten, denn der Anblick des Hauptaltars ist wirklich überwältigend.